Häufiges Durstgefühl kann ein Anzeichen für Diabetes sein

Symptome und Diagnose:
wie kann man Diabetes Typ 2 erkennen?

Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1 zeigt Diabetes Typ 2 meist weniger typische Symptome und wird deshalb in der Regel erst spät entdeckt. Häufig treten unspezifische Symptome auf wie Müdigkeit, Schwäche und Leistungsminderung. Auch häufiger Harndrang und ein vermehrtes Durstgefühl können Anzeichen für Diabetes sein: Ab einer bestimmten Blutzucker-Konzentration wird die überschüssige Glucose über den Harn ausgeschieden (so genannte Nierenschwelle). Der zuckerhaltige Harn zieht mehr Wasser als üblich nach, sodass die Betroffenen jetzt wesentlich öfter als früher Wasser lassen müssen. Der Körper gleicht den Flüssigkeitsverlust aus, indem er ein starkes Durstgefühl erzeugt.

Weitere Diabetes-Symptome können sein:

  • Juckreiz
  • ständiges Hungergefühl
  • Gewichtsveränderungen
  • depressive Verstimmung
  • wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • schlecht verheilende Wunden.

 

Hyperosmolares Koma

Selten, aber typisch für Diabetes Typ 2 ist das hyperosmolare Koma: Bei extrem hohen Blutzuckerspiegeln scheiden die Nieren so viel Flüssigkeit aus, dass der Körper den Verlust über das Trinken nicht mehr ausgleichen kann. Der Flüssigkeitsmangel beträgt im Durchschnitt acht bis zwölf Liter. Der Körper trocknet zunehmend aus, es kann zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen. Die Ursachen eines hyperosmolaren Komas sind häufig Infektionskrankheiten, eine Behandlung mit Diuretika oder die Aufnahme stark zuckerhaltiger Nahrung.

 

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Diabetes rechtzeitig zu erkennenDiagnose: Diabetes erkennen

Um möglichst frühzeitig einen Diabetes Typ 2 zu erkennen, ist es wichtig, regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen und den Blutzucker zu überprüfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben. Dabei untersucht der Arzt das Blut, misst den Blutdruck und prüft Größe und Körpergewicht. Bleibt Diabetes über Jahre unbemerkt, können sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schäden an Nieren und Augen und gefährliche Durchblutungsstörungen an Füßen und Beinen entwickeln. Wenn Diabetes oder seine Vorstadien jedoch rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden, lassen sich die Erkrankung und ihre Folgeerkrankungen vermeiden.

 

Für die Diagnose Diabetes misst der Arzt folgende Werte:

  • Nüchternblutzucker
  • Gelegenheitsblutzucker (zu einem beliebigen Zeitpunkt gemessener Blutzucker)
  • oraler Glukosetoleranztest  
  • Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)
     

Nüchternblutzucker

Der Wert wird morgens vor dem Frühstück, also nüchtern, bestimmt. Sie sollten mindestens vier Stunden vor der Blutentnahme nichts essen und auch kalorienhaltige Getränke, Kaffee, schwarzen Tee und Rauchen meiden. Der Nüchternblutzucker oder die Nüchternglukose beweist das Vorliegen eines Diabetes, wenn der Wert mindestens 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l im Blutplasma beträgt. Werte zwischen 110 und 125 mg/dl gelten als grenzwertig. Möglicherweise liegt dann ein Diabetes-Vorstadium vor (gestörte Glukosetoleranz). Zur weiteren Prüfung wird häufig ein oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) durchgeführt.
 

Oraler Glukosetoleranztest

Diese Untersuchung dient zur Erkennung von Diabetes-Vorstadien, bei denen der Blutzucker nur zeitweise - vor allem nach dem Essen - erhöht ist. Drei Tagen vor der Untersuchung sollten Sie sich normal und mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren sowie auf das Rauchen verzichten. Der Test wird morgens im nüchternen Zustand durchgeführt, das heißt, Sie sollten 10 Stunden vorher nichts essen. Für den Test trinken Sie eine Flüssigkeit mit 75 g Zucker. Vor und zwei Stunden nach dem Trinken wird der Blutzucker gemessen. Beträgt er nach zwei Stunden mindestens 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l, liegt ein Diabetes vor.
 

Gelegenheitsblutzucker

Bei Vorliegen eines Diabetes beträgt der Gelegenheitsblutzucker mindestens 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l.
 

Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)

Das HbA1c (Glykohämoglobin) ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen (Hämoglobin), der mit Zuckerresten verknüpft ist. Dieser Wert zeigt an, wie hoch die Konzentration des Blutzuckers in den letzten sechs bis acht Wochen war, und wird deshalb auch als Langzeitblutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet. Ein Diabetes besteht, wenn der HbA1c- Wert mindestens 6,5 % bzw. 48 mmol/mol beträgt. Auch im Verlauf einer Diabetes-Behandlung ist der Wert wichtig: Ein erhöhtes HbA1c weist auf eine schlechte Einstellung des Blutzuckers hin.