Neue Behandlungsmethoden bei Diabetes Typ 1

Neue Behandlungsmethoden bei Diabetes Typ 1

Bei der Behandlung von Diabetes Typ 1 ist heute der Dreischritt aus der Messung der Blutzuckerwerte, dem Berechnen von Kohlenhydraten und dem Spritzen von Insulin die etablierte und bewährte Therapiemethode. Gleichzeitig arbeitet aber die Medizin daran, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, und entwickelt neue Möglichkeiten der Behandlung.

 

Ursachen besser verstehen

Die Ursachen von Diabetes Typ 1 sind nicht vollständig geklärt. Deshalb werden Faktoren, die bei der Entstehung eine Rolle spielen können, in auf lange Dauer angelegten Studien untersucht. Beispielsweise erforscht die bereits seit 2004 laufende TEDDY-Studie mit mehr als 8.000 teilnehmenden Kindern Ursachen und Risiken, wie z.B. die Art der Ernährung, aber auch Infektionen und psychosomatische Faktoren.

 

Zuckerwerte leichter messen

Relativ neue Systeme zur Messung von Zuckerwerten sollen Ihren Alltag mit Diabetes erleichtern. Es handelt sich dabei um Geräte, die am Körper getragen werden und mit einem Sensor laufend die Zuckerwerte im Gewebe messen. Auf diese Weise müssen Sie sich nicht in den Finger stechen, um eine Blutzuckermessung durchzuführen.

 

Neue Möglichkeiten bei Medikamenten

Ein sogenannter SGLT2-Hemmer sorgt dafür, dass mehr Zucker aus dem Blut in den Urin abgeführt und anschließend ausgeschieden wird. Dadurch kann er die Blutzuckerwerte unabhängig von der im Körper vorhandenen Insulinmenge senken.

SGLT2-Hemmer werden bereits seit längerem in der Therapie von Typ 2-Diabetes eingesetzt. Nun zeigt eine aktuelle medizinische Studie, dass sie auch bei Diabetes Typ 1 eine wertvolle Ergänzung zur Insulinbehandlung sein können: In der Studie mit mehr als 800 Teilnehmern, die an Diabetes Typ 1 leiden, verringerte ein SGLT2-Hemmer den Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert) deutlich. Bei den Teilnehmern, die mit dem SGLT2-Hemmer behandelt wurden, sank zudem der Bedarf an Insulin. Auch das Körpergewicht der Betroffenen nahm ab.

Die Behandlung von Diabetes Typ 1 mit einem SGLT2-Hemmer wurde dabei als verhältnismäßig sicher betrachtet: Unterzuckerungen kamen nicht häufiger vor als in der Vergleichsgruppe. Auch die Anzahl an Harnwegsinfektionen war vergleichbar. Die Behandlung führte zu einem erhöhten Risiko für sogenannte Ketoazidosen und Genitalinfektionen traten etwas öfter auf.

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