Expertenforum » Untypisch Hypo

Petra1203
23.09.2022 06:21:30 Uhr

Hallo an alle!
Ich hoffe, dass uns hier jemand mit seinem Wissen weiterhelfen kann, da wir schon ziemlich verzweifelt sind. Mein Ex Partner hat seit 6 Jahren Diabetes. Er ist angeblich richtig eingestellt und geht regelmäßig zu den Kontrollen. In den ersten 2 bis 3 Jahren hat sich der Unterzucker so geäußert, dass er sich unwohl gefühlt hat, hat geschwitzt, konnte aber immer noch rechtzeitig reagieren und war Herr seiner Sinne.
Seit ca. 3 Jahren ist das ganz anders. Von einem Moment auf den anderen ist er nicht mehr zurechnungsfähig. Verhält sich wie voll trunken. Verteilt Essen in der Wohnung, tanzt wie eine Ballerina, klettert auf Möbel, und wird zunehmend aggressiver. Wenn er mit unserem Sohn alleine ist, lässt er ihn keine Hilfe holen bzw. nimmt ihm das Handy weg. Ich habe unserem Sohn mittlerweile eine Smartwatch zum Telefonieren besorgt. Gestern hatten wir wieder so einen Vorfall. Er verteilte wirr Essen im Haus, wusste nicht, welcher Tag ist, tanzte, war aggressiv usw. Hilfe wollte er nicht, und er bestand auch darauf, dass unser Sohn seine Uhr abdreht und keine Hilfe holt, weil er der Meinung war, dass alles ok ist. Dieses Verhalten jagt unserem Kind viel Angst ein. Hilfe wurde dann heimlich von meinem Sohn gerufen und als meine Ex Schwiegermutter kam zum Messen, war der Wert bei 54. Nach 3 Traubenzucker, Rettungseinsatz usw. normalisierte sich der Wert nach ca. 2 Stunden auf 116. Erinnerung an seinen Zustand hat er keine.
Dieser "Zustand" tritt alle paar Monate ein, dann manchmal auch 2 oder 3 Tage hintereinander. Er hält bis zu 1 Stunde an, je nachdem wie schnell man ihm hilft und Traubenzucker verabreicht. Er ist auch noch nie ohnmächtig geworden. Was ja eigentlich auch untypisch für einen Hypo ist.
Einmal hat er auch einen Unfall verursacht. Er hat mich angerufen, ruhig erzählt, dass er glaubt, sein Reifen sei kaputt. Er wusste in welcher Stadt er war, aber konnte keine Details sagen, als wir ihn gesucht und nach 30 min gefunden hatten, stand sein Auto schräg am Straßenrand, der Reifen war komplett ruiniert, seine Kleidung war schmutzig, und er erzählte etwas von einem Radfahrer, ohne etwas Genaues zu wissen.
Neurologisch wurde er im Krankenhaus durchgecheckt... ohne Befund. Wir haben mittlerweile eine Diabetes Spezialistin in Wien um Hilfe gebeten. Diagnose... er ernährt sich zu ungesund. Das kann doch nicht alles sein????
Jeder Diabetiker, mit dem wir reden, sagt uns, dass das kein Hypo ist, aber was ist es dann??? Wir sind schon so verzweifelt und ich habe Angst, wenn mein Sohn bei ihm ist, vor allem, wenn sie weitere Strecken mit dem Auto fahren.
Hat noch jemand solche Erfahrungen gemacht oder hat jemand eine Idee, was wir tun können???
Glg Petra

Prof. Dr. Stephan Martin
09.10.2022 18:56:00 Uhr

Zur Beantwortung der Frage wäre es wichtig zu wissen, welche Therapie durchgeführt wird. Sollte weder eine Insulintherapie noch eine Therapie mit Glibenclamid oder Glimepirid erfolgen sollte man an andere Ursachen eine Unterzuckerung (z.B. ein Insulinom - das ist ein Insulin-produzierender Bereich in der Bauchspeicheldrüse -) denken. Sie sollten sich an einen Endokrinologen wenden. Es gibt da auch noch andere Erkrankungen, die so etwas auslösen können...  


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