Expertenforum » Typ 2 Diabetes bei Jugendlichen

Kuni-72
07.01.2017 19:03:06 Uhr

Mein Sohn ist 15 Jahre alt, er hat Übergewicht. Endokrinologisch wurde alles o. B. abgeklärt. Uns wurde geraten die Ernährungs und Lebensweise umzustellen, um einen Diabetes zu vermeiden ( Glucoseintoleranz und Insulinresistenz wurden diagnostiziert). Mein Sohn leidet außerdem an ADHS, was ihm bis zu seiner Pubertät eine übermäßige Bewegung verschafft hat, auf Grund der familiären Erbanlagen habe ich extrem auf Ernährung geachtet, auch Getränke! keine Fertigprodukte, Süßigkeiten nur auf Zuteilung usw.

Die Ernährungsberaterin hat uns gesagt, dass wir nicht viel umstellen können, Die Ärzte glauben das leider nicht und stellen die Kompetenz der EB in Frage. Ich bin sehr verzweifelt, weil ich keinen Plan habe, wie es weiter gehen soll, so jung schon Typ 2 D zu bekommen ist eine schlimme Sache. Ich las aber gerade vom glucagon-like peptide-1 Mangel im Zusammenhang zum Typ 2 D. Nun meine Frage: Wie wird dieser diagnostiziert? Wäre das (falls dies schon angeboren ist) eine Erklärung für die Symptome meines Sohnes? : kaum Sättigungsgefühl, sehr schnell wieder hungrig, Heißhunger, rasante Gewichtszunahme in Urlaub oder Weihnachtszeit, u. ä. Gibt es jemanden, der Erfahrungen hat mit der Thematik bei Jugendlichen, die sich normal ernähren und bewegen?

Ich habe große Angst, dass mein Sohn Diabetes bekommt und all die schlimmen Folgen erleidet, die Ärzte begegnen mir bisher mit Vorurteilen und können sich eine andere Erklärung nicht vorstellen, als dass er nur rumsitzt, fernsieht und Chips isst. Das war und ist definitiv nicht der Fall, wir wissen nicht, was wir tun können, um das Ruder rumzureißen.

Prof. Dr. Stephan Martin
16.01.2017 14:18:00 Uhr

Das Thema Glukagon-like Peptid-1 Mangel ist nicht so zu verstehen, dass dies zum Übergewicht führt. Dieses Hormon kann man in der klinischen Routine nicht bestimmen. Wichtig für Ihren Sohn sollte es sein, dass er an ein spezielles Zentrum angebunden wird, das sich mit Jugendlichen auskennt. Der Hinweis auf die Heißhungerattacken weist evt. daraufhin, dass er vielleicht eher eine Kohlenhydrat-arme anstelle einer Fett-armen Kost einhalten sollte. Auch sollte man prüfen, ob evt. eine psychotherapeutische Mitbehandlung nicht helfen könnte. Als Internist und Diabetologie habe ich keine Erfahrungen bei Jugendlichen. Wir empfehlen unseren Patienten Ernährungskonzepte wie "low carb" oder "Logi Diät".
Vielleicht kaufen Sie sich einmal ein Buch zu diesem Thema. Einer der Autoren, der viele populärwissenschaftliche Bücher geschrieben hat ist Nicolai Worm. Durch Zucker aber auch Kohlenhydrate wird Insulin im Körper produziert, das nach 1-2 Stunden zu einem Blutzuckerabfall und Heißhunger führt. Lässt man Kohlenhydrate konsequenz weg oder reduziert diese, dannkann man Heißhungeratacken vermeiden und man nimmt Gewicht ab. Eine Fettreduktion spielt dabei keine Rolle, man sollte keine Fett-reduzierten Produkte kaufen, besser viel Olivenöl und Nüsse konsumieren!


Haftungsausschluss
Der Inhalt dieses Forums spiegelt die Meinung der registrierten Teilnehmer wider. Die Initiatoren und Kooperationspartner der Initiative Zuckerkrank übernehmen für diese Inhalte keine Haftung auf Unterlassung, Schadensersatz etc. und erklären ausdrücklich, dass diese Informationen nicht die Auffassung der Initiatoren und Kooperationspartner der Initiative Zuckerkrank wiedergeben.