Expertenforum » Test auf „LADA-Typ“ nicht notwendig, wenn Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin produziert?

Silaz71
23.05.2022 21:59:31 Uhr

Guten Tag :-)

Ich bin ein wenig verunsichert, da ich seit 7 Jahren als „Typ II“-Diabetiker diagnostiziert wurde - jedoch, ohne dass hierzu ein „Test“ gemacht wurde..Erst jetzt - diese lange Zeit später habe ich einen neuen Diabetologen und von diesem erstmals von einem „Antikörper-Test“ gehört, mit dem man wohl Typ I von II unterscheiden/abgrenzen kann. Der Diabetologe geht bei mir von einem „LADA“-Typ aus, will jedoch den „Test“ NICHT machen, da er mir sagte, dass er mich sodann „umlabeln“ müsste & mir die Medikamente für Typ II dann nicht mehr verschreiben dürfte, die mir aber augenscheinlich helfen. (Trulicity & Siofor)!

Da ich seit 10 Jahren an einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow) leide, ergäbe das für mich einen „Sinn“.!

Bei mir ist es jedoch so, dass ich sobald ich auch nur die geringste Menge an „Kohlenhydraten“ z.B. 1 Scheibe Brot oder 1 Brötchen oder bereits schon bei 2 Kartoffeln einen hohen Blutzuckeranstieg auf 225 habe, wogegen ich dann rein gar nichts machen kann! Auf diese Art & Weise traue ich mich inzwischen kaum noch überhaupt etwas mit KH zu mir zu nehmen, esse grundsätzlich viel Salat & Eiweißhaltig. aber möchte natürlich auch gerne mal etwas Brot/Brötchen oder mal die „klassische“ Beilage ohne Bereuen zu mir nehmen. Ich bin Vollzeit berufstätig und kann mich nicht 24-7 nur mit Salat über Wasser halten. Und die hohen Werte nach dem Essen von KH brauchen bei mir nach dem Essen erheblich LANGE (ca. 4 Std.!) bis sie wieder auf 130/125 zurück gehen.

Und: Ich habe einen NÜCHTERN-Bz von über 140, der lt. Arzt bei max. 125 sein sollte!

Jedoch schaut der Diabetologe lediglich auf meinen zur Zeit spitzen „Hba1c“ von lediglich 6,1! Ich habe jedoch in den letzten 2 Monaten 12 kg an Gewicht reduziert (wegen Übergewicht) & ich denke der gute Hba1c stammt daher, was der Diabetologe jedoch nicht interessiert hat. Er meint wir werden den Langzeitwert weiter beobachten und es wäre ja wissenschaftlich nicht belegt, ob „kurze Spitzen“ beim Bz überhaupt dauerhafte Schäden verursachen. Für mich ist das alles etwas verwirrend und verunsichert mich inzwischen sehr!

Auch die Aussage meines Hausarztes UND des Diabetologen, dass ich durch „Insulin“ ZUNEHMEN würde verwundert mich und verunsichert mich, dabei möchte ich einfach gerne ein „Mahlzeiten-Insulin“, um die hohen Spitzen zu vermeiden. Ich denke mit 2 - 3 Einheiten würde ich dann gegensteuern können.

Kann mir bitte ein Experte hierzu weiterhelfen?

Vielen DANK im Voraus.

Prof. Dr. Stephan Martin
24.05.2022 08:32:00 Uhr

Die sehr komplexe Situation in diesem Chat zu beantworten ist eine Herausforderung. In der Tat kann man mit bestimmten Antikörpern zwischen Typ 1 und Typ 2 unterscheiden, jedoch ist nur der Nachweis von Antikörper beweisend für einen Typ 1 Diabetes bzw. LADA, aber nicht der negative Befund. D.h. man kann einen LADA haben, auch wenn die Antikörper negativ sind. Entscheidend für den Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes ist, ob man wenig oder viel Insulin produziert. Bei Typ 2 sollte man Gewicht abnehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man den Diabetes verliert. Ich würde an Ihrer Stelle mich vernünftig ernähren und prüfen wie stark der HbA1c ansteigt. Die kurzen Spitzen der Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten würde ich ignorieren, denn es gibt in der Tat keine Hinweise, dass diese schädlich sind. Bei einem HbA1c von 6,1% hätte ich auch Bauchschmerzen, Ihnen Insulin zu verordnen. Manchmal kann es passieren, wenn man einen LADA hat und wenig Insulin produziert, dass man durch eine Gewichtsabnahme den Bedarf an Insulin reduziert - je übergewichtiger umso mehr Insulin wird benötigt. Nach einer gewissen Zeit werden dann aber die Blutzuckerwerte wieder ansteigen. Ich gebe Ihnen Recht, dass dies ziemlich verwirrend ist!


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