Expertenforum » Prädiabetes

Prädias
29.03.2017 07:52:52 Uhr

Hallo,

ich habe verschiedene Krankheiten aufgrund derer ich Kortison in Tablettenform (10mg Prednison) nehmen muss. Da mein Langzeitzucker grenzwertig erhöht ist (6,3) und ich dazu noch etwas Übergewicht habe (1,66m, 72kg), aber nicht viel, hat mich mein Hausarzt zum Diabetologen geschickt. Dort kam beim Blutzuckerbelastungstest heraus, dass ich Prädiabetes habe. Ist das dann kortisoninduzierte Prädiabetes oder wie man das nennt? Was soll ich jetzt machen? Muss man seine Ernährung ändern? Für eine Kortisonpatientin, die noch Psychopharmaka (Abilify) schluckt, bin ich eigentlich nicht stark übergewichtig. Ich bin noch nicht so alt mit 34 Jahren und wollte fragen, ob die Kombination aus Prädiabetes, sehr hohen Cholesterinwerten und Bluthochdruck auch da schon so schlecht für die Gefäße ist? Was würden Sie mir raten?

Vielen Dank und Viele Grüße

Prof. Dr. Stephan Martin
29.03.2017 08:19:00 Uhr

In der Tat liegt bei Ihnen mit einem BMI von 26,1 kg/m2 kein dramatisches Übergewicht vor. Auch der Langzeit Blutzuckerwert - HbA1c - liegt mit 6,3% im Graubereich, so dass die Durchführung des Blutzuckerbelastungstest sehr sinnvoll war. Grundsätzlich sollte man bei Ihnen versuchen, die Kortisontherapie so kurz wie möglich zu halten. Ist dies aufgrund der Erkrankungen nicht möglich, muss man den Blutzucker im Auge behalten. Aktuell würde man für den Prä-Diabetes sicher keine Medikamente geben, denn man behandelt nur den manifesten Diabetes. Sie können - sofern das möglich ist - durch vermehrte Bewegung versuchen der durch das Kortison ausgelösten Inulinunempfindlichkeit (Insulinresistenz) entgegenzuwirken. Ganz wichtig ist aber, dass Ihr Blutdruck optimal eingestellt wird. Beim Cholesterinwert kann man, sofern keine Gefäßschäden bekannt sind, eher etwas zurückhaltender sein. Hier hängt die Notwendigkeit von optimalen Werten auch von den anderen Grunderkrankungen ab. Je höher das Herzinfarktrisiko bzw. Schlaganfallrisiko ist, umso besser muss der Cholesterinwert sein. Hierzu eignen sich sogenannte Risiko-Scores, die Ärzte mit den individuellen Daten von Patienten "füttern" und das Risiko berechnen können.


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