Expertenforum » Insulinresistenz- das Schlüssel-Schloss-Prinzip

nb
20.03.2015 14:59:04 Uhr

Lieben Dank für Ihre Antwort.

Ich möchte zum Verständnis noch einmal nachhaken. Für mich bedeutet der Tatbestand einer Resistenz, die darauf basiert, dass das Insulin nicht mehr als Schlüssel an der Zellmembran als das Schloss wirken kann, dass entweder das Insulin sich in seiner Zusammensetzung geändert hat oder die Membran. Wenn das Schloss defekt ist, macht es keinen Unterschied, ob ich einen oder Hundert Schlüssel anbiete oder andersherum genau so, die Öffnung findet nicht statt. Was passiert demnach im Körper, dass durch Bewegung und Gewichtsabnahme eine Resistenz positiv beeinflusst wird?

Oder wie kommt es, dass bei Gabe von Insulin, dieses bei einer Resistenz überhaupt wirken kann ? Oder, um auf die Frage der Zellunterversorgung zurück zu kommen:

Wenn ein gesunder Mensch und ein Typ-2-Diabetiker ihren benötigten Kalorienbedarf zu sich nehmen, also den Bedarf, der zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen nötig ist, zeigt dann nicht der erhöhte Zuckerwert im Blut, dass die benötigte Energie in Form von Zucker gar nicht in die Zellen fließt und somit doch eine Unterversorgung anzunehmen ist ?

Prof. Dr. Stephan Martin
23.03.2015 11:11:00 Uhr

Mir gefällt der Vergleich sehr gut, aber der Schlüssel (damit meine ich das Insulin) ist in Ordnung, nur das Schloß funktioniert nicht!

Durch Bewegung oder eine Gewichtsabnahme kommt es dazu, dass das Schloß wieder gut funktioniert. An dem Bild stimmt nur der Hinweis mit den 100 Schlüsseln nicht! Wenn man sehr viele Schlüssel anbietet (d.h. sehr viel Insulin spritzt), kann man die Funktionalität des Schlosses etwas verbessern - man kann durch viel Insulin die Resistenz vorübergehend überwinden. Bei den Rezeptoren geht es auch immer um Bindungsstärke, d.h. um die Intensität wie der Schlüssel in das Schloß gedrückt wird. Je mehr Insulin, umso stärker dieser "Druck". Zu der zweiten Anmerkung: Die Körperzellen bekommen bei hohen Zuckerwerten im Blut in der Regel eine gute Versorgung, zusätzlich können die meisten Zellen im Körper sich von anderen Stoffen, wie Fetten oder Proteine ernähren. Es kommt also nicht zu einem Zelluntergang!


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