Expertenforum » Gewichtsabnahme durch Diabetes-Tabletten

H.R.
14.09.2019 12:50:36 Uhr

Ich bin männlich, 77 Jahre alt, 178 cm groß. BMI 18,6.

Vor 13 Jahren wurde im Rahmen einer früh erkannten Krebserkrankung bei mir Diabetes festgestellt. Es folgten 9 Jahre Medformin 500, bis sich eine Unverträglichkeit einstellte. HbA1c immer zwischen 6,8-7,4 mit langsam steigender Tendenz. Vor 4 Jahren dann Umstellung auf Xelevia 100 mg. Der HbA1c stieg langsam weiter auf bis 7,6. Auf Anraten des Kardiologen wurde als 2. Tablette Jardiance 10 mg. eingesetzt, jedoch mit belastenden Nebenwirkungen. Die letzten beiden HbA1c lagen bei 7,4.

Mein Ursprungsgewicht vor der Erkrankung lag bei 73 kg, nach Einsatz von Medformin bei 69 kg, nach dem Wechsel auf Xelevia bei 67 gk. Durch Jardiance sank das Körpergewicht auf 63 kg. Nach einem Ereignis vor ca 10 Tagen mit Morbus Meniere-Symptomen sank das Gewicht innerhalb von 4 Tagen auf 59 kg. Ich erhielt unter anderem Kortison. - Ich bin ein sehr guter Esser, allerdings mit reduziertem Kohlehydrat und zuckerarm. Mein Gewicht stiegt wieder nicht an. Ist Insulin spritzen angesagt? Kann das zu einer Verbesserung führen oder sind andere Erkrankungen wie Krebs oder Schilddrüse wahrscheinlicher?

Prof. Dr. Stephan Martin
15.09.2019 17:44:00 Uhr

Sie haben mit Ihren Fragen wirklich ins Schwarze getroffen. Eine Krebserkrankung bei Gewichtsabnahme kann man nie komplett ausschließen. Jedoch waren Sie nie wirklich übergewichtig, was untypisch für einen Typ 2 Diabetes ist. Wir haben häufig Personen, die langsam einen Insulinmangel entwickeln, die dann deutlich Gewicht verlieren. Man spricht dann auch von einem LADA Diabetes (latenter autoimmuner Diabetes im Alter). Diese Form zeichnet sich dadurch aus, dass die Personen nie übergewichtig waren, kaum andere Erkrankungen wie Bluthochdruck haben und speziell die Triglyceride (ein Blutfettwert) im nur leicht erhöht ist und im Normbereich liegt. Auch sind in dieser Gruppe viele sportliche Personen. Wenn die Insulinproduktion abnimmt wird die Fettverbrennung nicht mehr blockiert, das ist eine zusätzliche Wirkung von Insulin. Man könnte die Insulinproduktion durch einen sogenannten Glukagontest prüfen oder auch sogenannte Autoantikörper im Blut bestimmen (ICA, GADA oder IA2 Antikörper). Jedoch wenn diese negativ sind, bedeutet das nicht, dass ein LADA Diabetes ausgeschlossen ist. Nur im positiven Fall kann man von einer Diagnosesicherung ausgehen.


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