Expertenforum » Diabetes Typ 3e

Maja2003
23.08.2020 12:39:15 Uhr

Ich wünsche allen einen schönen guten Tag. Folgendes Problem liegt vor: Aufgrund einer langjährigen Rheumaerkrankung bin ich auf Cortison angewiesen, in der Regel 10 mg Prednisolon. Seit 2014 bin ich Diabetikerin. Bis Anfang des Jahres hatte ich akzeptable Werte. Mit Hilfe von Metformin und diabetesgerechter Ernährung konnte ich das HBA1 bei 6,0% halten. Jede Cortisontablette schiebt meinen Blutzucker um 60-70 mg/dl nach oben. Das konnte ich gut kompensieren, weil die Cortisonwirkung zum späten Nachmittag nicht mehr vorhanden war. Ich konnte "normal" essen, unter Berücksichtigung des glykämischen Index der Lebensmittel usw. Daraus resultierte ab den Nachmittagsstunden und zur Nacht ein recht niedriger Blutzucker, meist um die 70. Das hat mir dann sozusagen meinen HBA1 Wert gerettet. Die durch das Cortison aufgebaute Resistenz ist immens. Auch Metformin kommt dagegen nicht an. Eine Gewichtszunahme ist nicht erfolgt. Ich befinde mich im oberen Bereich des Normalgewichtes. Das schaffe ich trotz Cortison zu halten. Mein jetziges Problem ist, dass ich diese niedrigen Blutzuckerwerte nicht mehr erreiche. Mein Blutzucker liegt abends derzeit bei 110-130 und morgens bei 180. Ich lebe streng low carb, trotzdem bleibt der Blutzucker 3stellig. Wenn ich den Ernährungsempfehlungen folgen würde, hätte ich regelmäßig einen Blutzucker zwischen 200-230. Mitte September werde ich ein Gespräch mit meiner Ärztin darüber führen. Vermutlich wird sie mir Insulin anbieten. Hier habe ich allerdings Bedenken wegen der enormen Resistenz, die nicht konstant vorhanden ist. Wie wirkt Insulin in Anbetracht der enormen Resistenz? Verarbeitet der Körper gespritztes Insulin anders, sodaß die Resistenz nicht zum Tragen kommt? Was ist mit Depotinsulin bei schwankender Resistenz? Ich würde, wenn Insulin dann eher ein Kurzzeitinsulin, welches ich streng nach Wert spritze, einsetzen.

Prof. Dr. Stephan Martin
23.08.2020 13:52:12 Uhr

Die Diabeteseinstellung unter eine Cortisontherapie ist immer schwierig. Die erste Frage, die man an den Rheumatologen stellen solle wäre, ob es nicht andere therapeutischen Maßnahmen gibt, die Rheumaerkrankung zu behandeln. Da gibt es in den letzten Jahren viele Biologica, die sich dem Blutzucker sehr neutral gegenüber verhalten.

Wenn eine Cortison Therapie unabdingbar ist hat es sich bewährt ca. 4 Stunden nach der Einnahmen von der Cortison Medikation etwas Kurzzeitinsulin zu injizieren. Meist helfen schon 8-10 E die Blutzuckeranstiege zu normalisieren. Dies sollten Sie aber mit Ihrem behandelnden Diabetologen besprechen.


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