Diabetes Begleiterkrankungen

Behandlung von Diabetes-Begleiterkrankungen

Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gehören zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Diabetes Typ 2. Nutzen Sie daher die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Arzt, um ihr Risiko für Folgekrankheiten bei Diabetes mellitus zu verringern.

 

Bluthochdruck

Viele Diabetiker leiden auch an Bluthochdruck. Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck schädigt jedoch zusätzlich und meist unbemerkt die großen und kleinen Blutgefäße und einige andere Organe, wie das Herz, die Augen und die Nieren. Für Diabetiker sollten die Blutdruckwerte deshalb etwas niedriger liegen als für gesunde Menschen. Die Zielwerte können je nach Alter variieren. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt darüber, welchen Blutdruckwert Sie anstreben sollten. Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Werte bei mehreren Blutdruckmessungen an unterschiedlichen Tagen erhöht sind.

Die Behandlung des Bluthochdrucks besteht aus zwei Maßnahmen: Zum einen ist dies die Basistherapie, die wie bei Diabetes aus einer möglichst gesunden Lebensführung besteht, das heißt:

  • Reduzieren von Übergewicht
  • Ausreichende Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Sparsame Verwendung von Speisesalz
  • Einschränken des Alkoholkonsums (maximal 30 g reinen Alkohol pro Tag)
  • Rauchverzicht

Zum anderen gehört die medikamentöse Behandlung des Blutdrucks dazu. Es gibt heute eine Reihe von sehr gut wirksamen Bluthochdruck-Medikamenten. Als Medikamente der ersten Wahl zur Blutdrucksenkung für Diabetiker gelten bisher ACE-Hemmer, da sie den Verlauf einer diabetischen Nierenschädigung verlangsamen können. Sie sollten daher frühzeitig bei bereits bestehender Mikroalbuminurie (Eiweißausscheidung im Urin) gegeben werden. Außerdem gelten sie als bevorzugte Medikamente bei Diabetikern mit bereits eingetretener Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

 

Diabetische RetinopathieDiabetische Retinopathie

Die häufigste Augenerkrankung bei Diabetikern ist die sogenannte diabetische Retinopathie. Bei bis zu 80 % der Typ 2 Diabetiker sind bereits 15 bis 20 Jahre nach Beginn der Erkrankung Schäden an der Netzhaut festzustellen. Meistens entwickeln sich diese schleichend, sodass sie häufig erst spät entdeckt werden. Werden die Schäden früh erkannt, lassen sich die Augenerkrankungen und eine mögliche Erblindung aufhalten. Deshalb sollte jeder Diabetiker mindestens einmal im Jahr eine Spiegelung des Augenhintergrunds durchführen lassen. Die häufigste Behandlungsmethode bei diabetischer Retinopathie ist die sogenannte panretinale Laserkoagulation. Dabei werden mit einem Laser eingewachsene Blutgefäße verödet. Ist die Erkrankung fortgeschritten und droht eine Netzhautablösung oder Blutung, wird der das Augeninnere ausfüllende Glaskörper entfernt und gegen eine Ersatzsubstanz ausgetauscht.

 

Fettstoffwechselstörungen

Weil Fettstoffwechselstörungen bei Diabetikern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark erhöhen, müssen sie besonders sorgfältig behandelt werden. Wie genau die Therapie aussieht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von begleitenden Erkrankungen.

Die Einteilung der Fettstoffwechselstörungen hängt von der Konzentrationen von Cholesterin und der Triglyzeride im Blut ab. Man unterscheidet folgende Formen:

  • Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut (Hypercholesterinämie): Cholesterinkonzentration von mindestens 200 mg/dl, Triglyzeridspiegel von höchstens 200 mg/dl
  • Erhöhung des Triglyzeridspiegels im Blut (Hypertriglyzeridämie): Cholesterinkonzentration von höchstens 200 mg/dl, Triglyzeridspiegel von mindestens 200 mg/dl
  • Gemischte Fettstoffwechselstörung: Cholesterinkonzentration von mindestens 200 mg/dl, Triglyzeridspiegel von mindestens 200 mg/dl.
     

Jede Therapie der Fettstoffwechselstörung steht auf den gleichen drei Grundpfeilern:

  • Reduktion von Übergewicht
  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Ernährungsumstellung: Vermeidung besonders fett- und cholesterinreicher Nahrungsmittel, Reduktion des Fleischkonsums, Reduktion süßer Getränke und Nahrungsmittel.

In vielen Fällen kommt zusätzlich eine medikamentöse Therapie der Fettstoffwechselstörungen zum Einsatz. Als Medikamente werden dabei häufig so genannte Statine und Fibrate angewendet.