Insulinspritze

Insulinspritze & Inkretin-Mimetika: Injektionen zur Diabetes-Behandlung

 

Inkretin-Mimetika/GLP-1-Analoga

Neuere Wirkstoffe zielen auf die Unterstützung bestimmter Darmhormone, den so genannten Inkretinen. Im Mittelpunkt steht dabei das GLP-1, welches direkt nach der Nahrungsaufnahme vom Darm ausgeschüttet wird. GLP-1 (Glucagonlike- Peptid = Eiweiß mit glukagonähnlicher Struktur) regt maßgeblich die Insulinfreisetzung durch die Bauchspeicheldrüse an und verlangsamt die Magenentleerung (= früheres Sättigungsgefühl). Weiterhin unterdrückt das Darmhormon GLP-1 die Glukoseproduktion in der Leber.
Inkretin-Mimetika (mimese = griechisch: nachahmen) werden auch GLP-1-Analoga genannt (analogos = griechisch: entsprechend), weil sie die Wirkung des Darmhormons GLP-1 imitieren. Im Gegensatz zum körpereigenen GLP-1 werden die Inkretin-Mimetika wesentlich langsamer abgebaut, d. h. sie wirken länger und führen insgesamt zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle. GLP-1 Analoga können zudem als Zusatzeffekt zu einer beträchtlichen Abnahme des Körpergewichts führen und sich zudem positiv auf Blutdruck, Blutfette und Entzündungswerte auswirken.
Inkretin-Mimetika/GLP-1-Analoga werden vom Patienten – je nach Medikament unterschiedlich oft – unter die Haut gespritzt, weil sie als Eiweiße von der Magensäure zerstört werden würden. Sie können mit anderen Antidiabetika wie z. B. Metformin, Sulfonylharnstoff und zum Teil auch mit Basalinsulin kombiniert werden. Nebenwirkungen: Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Diese treten meist nur am Anfang der Therapie auf.

 

Insulin

Schreitet die Erkrankung fort, können ab einem bestimmten Zeitpunkt auch in Kombination gegebene orale Antidiabetika den Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend senken. Ab diesem Zeitpunkt kommt lnsulin zum Einsatz, das ein- bis mehrmals am Tag ersatzweise unter die Haut gespritzt wird.

Für diese Diabetiker besteht zum einen die Möglichkeit der intensivierten Insulintherapie (ICT), die Therapiestandard für Typ 1 Diabetiker ist, und bei der die Insulinsekretion des gesunden Menschen nachgeahmt wird. Die Insulingabe wird dabei in zwei Komponenten aufgeteilt: unabhängig von den Mahlzeiten verabreichtes Insulin als Basalrate sowie zusätzlich mahlzeitenabhängig verabreichtes Insulin. Die Insulinpumpentherapie ist eine Form der intensivierten Insulintherapie, bei der die Injektion des Insulins automatisch durch eine Insulinpumpe erfolgt. Diese übernimmt selbstständig die Verabreichung der vorprogrammierten bedarfsgerechten basalen Insulindosis. Die Insulinpumpe wird am Körper getragen und ist über ein Infusionssystem mit dem Körpergewebe verbunden. Bei der konventionellen Insulintherapie (CT) spritzt sich der Diabetiker zwei- oder dreimal täglich eine feste Mischung eines langwirkenden und eines kurzwirkenden Insulins (Mischinsulin). Durch diese unflexible Therapie ist das Einhalten eines Ernährungsplans erforderlich. Abwandlungen der CT und der ICT existieren und werden ebenfalls in der Behandlung eingesetzt. Für die Injektion gibt es heute verschiedene Injektionshilfen (z. B. lnsulin-Pen), die das Spritzen nahezu schmerzfrei ermöglichen. Nebenwirkungen: Insulin birgt die Gefahr, dass durch eine Überdosierung eine Unterzuckerung ausgelöst wird. Eine Insulintherapie geht häufig mit einer Gewichtszunahme einher.

 

Vorsicht bei Unterzuckerung!

Unterzuckerung liegt auf jeden Fall dann vor, wenn der Blutzuckerspiegel unter etwa 50 mg/dl (2,7 mmol/l) absinkt und Symptome auftreten. Ab dieser Grenze werden die Organe, insbesondere aber das „energiehungrige“ Gehirn, nicht mehr ausreichend mit Glukose versorgt. Im Extremfall ist eine Unterzuckerung lebensbedrohlich. Die Ursache für eine Unterzuckerung ist in der Regel ein Insulinüberschuss im Blut.
Typische erste Anzeichen für eine Unterzuckerung sind Schwitzen, Herzklopfen, Zittern, Hunger, Konzentrations-, Sprach- und Sehstörungen. Im weiteren Verlauf sind Schwindel, Kopfschmerzen, eine veränderte Psyche, Krampfanfälle und Bewusstseinsverlust möglich. Eine leichte Unterzuckerung lässt sich verhindern, indem Sie sofort bei ersten Anzeichen schnell verwertbaren Zucker (z. B. Traubenzucker-Täfelchen, Cola, einen Löffel Honig) zu sich nehmen. Beachten Sie jedoch: Bewusstlose können nicht schlucken! Bei schwerer Unterzuckerung rufen Sie sofort den Notarzt (112).

Lernen Sie, Ihre Zeichen einer Unterzuckerung zu erkennen. Nehmen Sie, wenn Sie das Haus verlassen, generell Traubenzucker-Täfelchen mit.