Diabetes Typ 2 Behandlung Bewegung

Diabetes-Behandlung: Auf Ihre Mithilfe kommt es an!

Die Diabetes-Behandlung beinhaltet mehrere miteinander kombinierbare Möglichkeiten. Wesentlicher Teil der Therapie ist, dass Sie ein Normalgewicht anstreben, sich mehr bewegen und eine bewusste und gesunde Ernährung einhalten. Ab einem bestimmten Stadium spielen Medikamente, so genannte Antidiabetika, eine wichtige Rolle, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Während körperliche Fitness und Normalgewicht langfristig wirken, haben Medikamente leider nur einen kurzfristigen Effekt, d. h. sie müssen täglich eingenommen werden. Es kann vielen Patienten allerdings schwer fallen, regelmäßig und richtig die empfohlenen Diabetesmedikamente einzunehmen. Denn wenn das Gefühl sagt, man sei gesund, erscheint eine regelmäßige Tabletteneinnahme nicht notwendig. Auch kann es vorkommen, dass die Medikamenteneinnahme schlicht vergessen wird oder aus Angst vor Nebenwirkungen bewusst darauf verzichtet wird. Allerdings führt eine nachlassende Therapietreue dazu, dass sich Diabetes und auch Folgeerkrankungen weiter entwickeln können. Und daher ist Ihre Therapietreue enorm wichtig, um Ihren Diabetes erfolgreich behandeln zu können!

 

Diabetes-Stufentherapie

Die Diabetes-Behandlung setzt sich, je nach Schweregrad und Krankheitsentwicklung, aus verschiedenen Stufen zusammen.

  • Stufe 1 (Basistherapie, gilt zusätzlich auch für alle weiteren Therapiestufen)
    Für Betroffene ist es wichtig, sich durch Schulungen und Aufklärung umfangreich über die Erkrankung und Behandlungsmaßnahmen zu informieren. Die ersten Behandlungsschritte bedeuten vielfach eine gewisse Umstellung des bisherigen Lebensstils. Hierzu gehören die Ernährung, Gewichtsreduktion und vermehrte körperliche Bewegung ebenso wie die Raucher-Entwöhnung. Gelingt es mit diesen Maßnahmen nicht, den HbA1c-Wert innerhalb von 3-6 Monaten zu normalisieren, geht man zu Stufe 2 über.

  • Stufe 2 (Orale Antidiabetika)
    Die medikamentöse Einstiegstherapie beginnt in der Regel mit einem Antidiabetikum, das als Tablette, also oral eingenommen wird. Meist wird dabei zuerst die Substanz Metformin gegeben, sofern keine Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen (Gegenanzeigen) vorliegen. Zu definierten Zeitpunkten überprüft der behandelnde Arzt, ob das Medikament zu einer ausreichend starken Blutzuckersenkung führt. Lässt sich mit einem oralen Antidiabetikum wie z. B. Metformin der HbA1c-Wert innerhalb von 3-6 Monaten nicht normalisieren, folgt Stufe 3.

  • Stufe 3 (Kombination zweier oraler Antidiabetika oder lnsulintherapie)
    Bei der dritten Therapiestufe werden verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, um eine hinreichende Blutzuckersenkung zu erreichen. Dabei empfehlen sich Substanzen, deren Wirkungen sich gegenseitig ergänzen. In der Regel wird dabei Metformin als Kombinationspartner beibehalten und zusammen mit einem anderen oralen Antidiabetikum einer anderen Substanzklasse verabreicht. Manche dieser medikamentösen Kombinationen sind auch als Fixkombinationspräparat erhältlich, so dass man die Menge der Tabletten reduzieren kann. In bestimmten Fällen kann der Arzt auch entscheiden, Insulin zu verordnen – doch wird heutzutage Insulin oft nur noch dann gegeben, wenn die Wirkung von oralen und anderen Antidiabetika nicht ausreicht.

  • Stufe 4 (intensivierte Insulin- und Kombinationstherapieform)
    Kann auch mithilfe der Therapie der dritten Stufe der HbA1c-Wert nicht abgesenkt werden, wird in Stufe 4 eine intensivierte Insulin- und Kombinationstherapieform eingeleitet. Das bedeutet, dass Insulin der Eckpfeiler der Therapie ist und verschiedenen Insuline, eventuell in Kombination mit anderen Antidiabetika verabreicht werden. Die Insulingabe wird dabei in zwei Komponenten aufgeteilt: einmal ein unabhängig von den Mahlzeiten verabreichtes Insulin sowie ein zusätzlich mahlzeitenabhängig verabreichtes Insulin.

 

Regelmäßige Kontrolle

Zur Diabetes-Behandlung gehört auch die Verlaufskontrolle, das heißt die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, der Füße und der Blutzuckerwerte. Letzteres hilft festzustellen, ob und in welchem Maße die Behandlung anschlägt, oder ob ggf. eine Änderung z. B. der Dosis oder Medikamentenkombination notwendig ist. Die Kontrolle der Füße ist sehr wichtig, um der Entwicklung eines sog. diabetischen Fußes vorzubeugen. Da Diabetes häufig mit einem erhöhten Blutdruck verbunden ist, sollte dessen Kontrolle ebenfalls zur Routine werden. Falls es notwendig ist, muss eventuell auch eine entsprechende Therapie der Begleiterkrankungen eingeleitet werden.